Zebrafinken: Alles über die flinken Rotbäckchen

Zebrafink

Die Familie der Prachtfinken ist groß. Zu den bekanntesten Arten zählen die Reisfinken und die Zebrafinken. Die Legende besagt, dass im 17. Jahrhundert portugiesische Seefahrer begannen, Prachtfinken aus Afrika nach Europa mitzubringen. Es folgten Finken aus Australien und Asien und ein reger Handel der wunderschönen Vögel begann. Unser fröhlicher Zebrafink stammt ursprünglich aus Australien und von den vor Java gelegenen Kleinen Sundainseln.

Erstmals wurden die farbenprächtigen Zebrafinken in Europa um 1800 herum in Fachbüchern erwähnt. Man geht aber davon aus, dass sie schon zuvor in Holland gezüchtet wurden. In den gut 250 Jahren wurden viele Farbvarianten gezüchtet, die in der Heimat der Zebrafinken nicht vorkommen. Leider ging dies auf Kosten der Größe und es bildeten sich teilweise auch Missbildungen heraus. Daher sollten die Finken auch heutzutage nur bei Züchtern erworben werden, die verantwortungsvoll züchten und die Tiere artgerecht aufziehen und halten.

Zebrafinken, quietschlebendige Häuslebauer

Die liebenswürdigen Zebrafinken sind äußerst gesellige Tiere, sie bauen leidenschaftlich gerne Nester, kuscheln miteinander und gehen abends gemeinsam schlafen. Den ganzen Tag sammeln sie, was sie finden können, um Nester zu bauen. Zahm werden sie allerdings nicht. Auffällig ist an ihnen der leuchtend orangefarbene Schnabel, die kreisrunden, roten „Bäckchen“ und ihr charakteristisches, geschwätziges, fröhliches „Tröten“ und „Quietschen“, das an Bade-Gummientchen erinnert.

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Zebrafinken sind glücklich im Schwarm

In der freien Natur leben sie in kleinen Schwärmen. Zebrafinken sind daher nicht für die Einzelhaltung geschaffen. Sie sollten mindestens paarweise, besser aber noch mit mehreren Vögeln im Schwarm, gehalten werden. Die Kleinen kommen sehr gut mit anderen Vogelarten, wie zum Beispiel Nymphensittichen aus.

Der Käfig für ein bewegungsfreudiges Zebrafinken-Pärchen sollte mindestens 80 Zentimeter lang, 40 Zentimeter breit und 60 Zentimeter hoch sein. Viel schöner aber ist eine geräumige Zimmervoliere mit viel Möglichkeit zum Fliegen für die Kleinen. Und am wohlsten fühlen sich die Temperamentsbündel, wenn sie von einem Innenraum in eine – natürlich bei Kälte entsprechend geschützte – Außenvoliere fliegen können. Die Temperatur sollte in der Voliere oder im Außengehege nie unter 10 °C fallen. Die Nachtruhe dauert mindestens 10 Stunden, der Käfig wird gegebenenfalls abgedunkelt, um den flinken Finken ihre wohlverdiente Nachtruhe zu gönnen.

Im Käfig brauchen die quicklebendigen Vögel Sitzmöglichkeiten in Form von Rundhölzern oder Zweigen. In einer Voliere findet auch ein Sitzbäumchen einen Platz, den die Finken gerne anfliegen. Der Boden ist bedeckt mit handelsüblichem Vogelsand oder Hanfeinstreu und wird jeden Tag ausgetauscht. Zebrafinken lieben es in ihrer Heimat, in Biotopen zu baden und aus ihnen zu trinken. Auch in Käfig und Voliere sollte daher ein flaches Gefäß mit 2 bis 3 cm hohem Wasser zum Planschen stehen. Genügend frisches und sauberes Wasser zum Trinken ist ebenso wichtig für die kleinen, fröhlichen Finken. Alle Gefäße werden täglich gründlich gereinigt.

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Ein rundum gemütliches Zuhause für Zebrafinken

In der Nacht ziehen sich die hübschen Vögel gerne in halbrunde Schalen zurück, auch ausgehöhlte Kokosnussschalen eignen sich. Damit sie bequem Platz finden, sollten ihre Kästen und Schalen mindestens 13 Zentimeter groß sein. Ausgepolstert werden sie mit Baumwoll- oder Kokosfasern. Zum Nisten und Brüten gibt es spezielle, halboffene Nistkästen. Diese Kästen als auch die Schalen regen die kleinen Finken allerdings dazu an, oft zu brüten. Möchten Sie dies nicht, bieten Sie ihnen zum Schlafen kleine Holzplatten.

Als Futter eignet sich Exotenfutter, das Du in jedem Zoofachhandel erhältst. Die darin enthaltenen Samen und Hirsesorten sättigen die fidelen Zebrafinken, Spurenelemente und Kalk helfen ihnen, gesund und vital zu bleiben. Grünfutter wie Löwenzahn, Vogelmiere und auch Gurke eignen sich als frische Ergänzung hervorragend. Kopfsalat enthält zu viele Schadstoffe und sollte deswegen nicht verfüttert werden. Für die Verdauung und gesunde Knochen benötigen die lebhaften Vögel Sand oder Vogelgrit mit Mineralstoffen.

In der Anschaffung sind die hübschen Zebrafinken recht günstig: Ein Fink kostet bei einem Züchter zwischen 10 und 15 Euro. Männchen haben eine Lebenserwartung von maximal 10 Jahren, die Weibchen sterben sogar noch früher.

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