Wüstenkrötenechsen – faule Ameisenfresser

Portrait Wuestenkroetenechse

Die Liebe zu Reptilien beginnt meist zufällig, doch dann bleibt sie lange bestehen. Wer den Entschluss fasst, ein Reptil als Haustier zu halten, beginnt mit einem anspruchsvollen und zugleich faszinierenden Hobby. Die Anschaffung muss wohl überlegt werden.

  1. Habe ich das Wissen und die Zeit um ein Reptil als Haustier zu halten?
  2. Wer genau soll bei mir einziehen? Bei nahezu 10 500 verschiedenen Reptilienarten fällt die Entscheidung nicht leicht.
  3. Welche Terrariengröße kann ich meinem Tier bieten
  4. Welchen Lebensraum möchte ich in meinem Terrarium nachstellen? Regenwald oder Wüste?

MIT EXPERTEN INS GESPRÄCH KOMMEN

Zunächst finden Interessierte viele Informationen im Internet. Halter sowie Züchter stellen ihre Tiere vor. Der Weg nach Sindelfingen zur Messe „Fisch & Reptil“ (1. Bis 3. Dezember 2017) oder zur Terraristikmesse Karlsruhe (März 2018) lohnt sich für Interessierte, um Experten zu begegnen. Dort könnte man zum Beispiel auf ein Terrarium stoßen, in dem Wüstenkrötenechsen zu sehen sind: Diese faszinierenden Tiere zu beobachten macht großen Spaß!

WÜSTENKRÖTENECHSEN – LEBENSRAUM

Der Lebensraum lässt sich unter dem Begriff „Trockengebiete“ zusammenfassen. Es können reine Sandwüsten mit geringem Pflanzenwuchs bis hin zu Prärien mit ziemlich geschlossener Pflanzendecke sein.

VERBREITUNGSGEBIET

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Süden Kanadas, genauer: British-Columbia und Alberta, über den westlichen Teil der USA und den größten Teil Mexikos bis nach Guatemala.

LEBENSWEISE NACH WETTERLAGE

Bei regnerischem, kühlem Wetter bleiben die Tiere in ihren Verstecken oder im Sand vergraben. Wenn die Sonne scheint, strecken sie vorerst nur den Kopf heraus. Da Sand auf dem Kopf liegen bleibt, sind sie gut getarnt und können gefahrlos die nähere Umgebung beobachten. Während dieser Zeit wird das Blut im Kopf

Eigenartige Körperform der Wüstenkrötenechse.
© J. Schwenger / .wtv Medien

SPANNENDES VERHALTEN

Wenn sich Krötenechsen begegnen, nicken sie sich meistens mehrmals zu. Fühlen sie sich bedroht, flachen sie ihren Körper ab und halten ihn schräg. Dabei wird die eine Körperseite gegen den Boden gedrückt, wodurch die Wüstenkrötenechse für den Feind schwerer zu ergreifen ist. Außerdem lässt der abgeflachte Körper die Echse deutlich größer erscheinen, als sie eigentlich ist. Ebenfalls zur Abwehr und als Warnung gehört das Blutspritzen aus den Augen. Diese Reaktion rufen vor allem hundeartige Feinde hervor.

FEINDE UND BEDROHUNG

Krötenechsen haben viele Feinde, vor allem natürlich die kleinen Arten und die Jungtiere. Junge Wüstenkrötenechsen messen höchstens 50 Millimeter. Jedes größere, fleischfressende Tier kann ihnen gefährlich werden. Das können Schlangen sein, aber auch verschiedene Vogelarten wie Bussarde, Falken oder Adler.

WAS DIE ECHSE BRAUCHT

Das Terrarium sollte so ausgeleuchtet und geheizt sein, dass die zum Aufwärmen und Eingraben günstigen Stellen durch eine Gruppe von Gesteinsbrocken, einen Wurzelstock oder Pflanzen abgeschirmt werden.

LECKERBISSEN: AMEISEN

Krötenechsen sind sogenannte Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Ameisenarten – eine große Besonderheit, über die man sich bei der Anschaffung der Tiere im Klaren sein muss. Während der Winterzeit kann man die Ernährung durch Mikroheimchen oder Larven ersetzen. Zu beachten ist, dass man Ameisen nicht einfach in der Zoohandlung kaufen kann. Tipp: Mit einem Handstaubsauger nach einem Ameisenhaufen in der Natur suchen. Daher ist es sinnvoll, sich ein weiteres, kleines Terrarium oder einen größeren Behälter anzuschaffen, in dem man Ameisen „sammeln“ kann.

Faszinierend ist die Tatsache, dass Krötenechsen ihren Flüssigkeitsbedarf mit der Nahrung decken. So genügt es einmal wöchentlich einen kleinen Fleck im Terrarium mit Wasser zu befeuchten.

Winterruhe ist für Wüstenkrötenechsen ein absolutes Muss. Die Tiere sollten ab Ende Oktober bis in den März hinein überwintern. Um sie in Überwinterungsbereitschaft zu bringen, kann man rechtzeitig die Beleuchtungszeiten und die Temperatur im Terrarium herunterfahren.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *