Welcher Hund passt zu mir?

Begleiter, Retter, Beschützer, Kamerad, treuer Freund?

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Ob Lassie, Kommissar Rex oder Hachiko: Ein Hund ist oft der beste Freund des Menschen, ganz egal, ob Promi oder Promenadenmischung. Hierzulande gibt es Hunderassen, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen und dementsprechend häufig gehalten werden. Doch die richtige Wahl zu treffen, ist gar nicht so einfach. Schließlich wollen Hundehalter viele glückliche Jahre mit ihrer Fellnase verbringen. Wer sich also einen Hund zulegen möchte, sollte über die gewünschte Rasse und deren Mischlinge umfassende Informationen einholen. Natürlich soll der Vierbeiner äußerlich gefallen. Genauso wichtig ist aber das Wesen des Hundes. Passt man im Alltag dauerhaft zusammen?

Der treue Begleiter

Wer einen geselligen, ausgeglichenen Wohnungshund sucht, der seinen Menschen stets bei allen Unternehmungen begleitet, der sollte sich für einen eher kleineren Hund interessieren. Hinsichtlich der Freizeitgestaltung und der Wohnsituation darf der Vierbeiner nicht allzu anspruchsvoll sein. Denn viel lieber als bei Wind und Wetter stundenlang zu joggen oder regelmäßig zum Mantrailing zu gehen, will der kleine Freund nach den Gassi-Runden ausgiebig gehegt, gepflegt, gestreichelt und mit Leckerlis verwöhnt werden. Das geht natürlich auf dem gemütlichen Sofa viel besser, als auf dem Hundeplatz.

Maltester Hund, weiss
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Solch treue, verschmuste Begleiter finden Tierfreunde in Mops, Pudel, Russkiy Toy, Shih Tzu, Chihuahua, Cavalier King Charles Spaniel, Tibet Terrier oder Malteser. Das sind lebhafte, aber dennoch ausgeglichene, freundliche und gesellige Hunde. Sie sind verspielt und für jeden Spaß zu haben. Ihre Haltung gilt als unkompliziert und ihre Erziehung ist einfach. Zudem gelten sie als bemüht ihrem Halter alles recht zu machen. Diese Hunde sind regelrechte „Alltagshelden“ und auch Menschen ohne große Erfahrung kommen mit ihnen gut zurecht.

Der Familiäre

Gesucht wird: Der perfekte Familienhund. Kinderlieb soll er sein, unkompliziert, verschmust, folgsam, geduldig und verspielt.

Hier eine Auswahl von Hunden, die gut zu Familien passen: Labrador, Labrador-Retriever, Berner Sennenhund, Boxer, Eurasier, Beagle, Sheltie, Pudel oder Border Terrier. Diese Rassen lieben „ihre“ Familien und sind am liebsten immer und überall mit dabei. Sie sind in der Regel sehr offen und freundlich zu fremden Menschen und anderen Hunden. Zwar müssen sie nicht ständig trainiert werden, dennoch benötigen sie genügend Auslauf, Beschäftigung und reichlich Streicheleinheiten, um sich wohl zu fühlen.

Beach Shetland Sheepdog - Sheltie
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Familien mit größeren Kindern, einem Haus mit Garten oder einem Gehöft, die auf der Suche nach einem souveränen, selbstbewussten Begleiter und Bewacher sind, finden im Berner Sennenhund den perfekten Familienhund. Er ist robust und lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Der Berner Sennenhund geht gerne spazieren, benötigt nicht allzu viel Beschäftigung und verträgt zwischendurch auch einmal einen „Ruhetag“.

Aber auch Boxer und Eurasier eignen sich als Familienhunde. Sie sind selbstbewusst, robust, geduldig und anpassungsfähig. Obwohl beide sehr aktiv und ausdauernd sind brauchen sie keinen Hundesport, um glücklich zu sein. Berner Sennenhunde, Boxer und Eurasier sind verträglich mit anderen Hunden, verspielt und haben stets gute Laune. Sie sind richtige „Familienhelden“, mit denen man viel Spaß haben kann.

Die Sportskanone

Für manche Menschen gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Tagtäglich vollbringen sie sportliche Höchstleistungen und am Wochenende geht es auf Wander- oder Trekkingtour. Das alles am liebsten in Begleitung eines kraftvollen, vierbeinigen Energiebündels.

Rhodesian Ridgeback im Rapsfeld
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Rhodesian Ridgeback, Dalmatiner, Irish- oder English Setter, Australian Shepherd und Border Collie sind Hunde, die richtig gefordert und beansprucht werden wollen – zum Beispiel beim Radfahren und Joggen, beim Fährtensuchen, beim Gehorsamkeitstraining und anderen Hundesportarten – Hauptsache, es kommt keine Langeweile auf! Diese Hunde haben einen ausgeprägten Jagdtrieb. Sie benötigen nicht nur viel Auslauf sondern auch geistige Forderung. Sie sind klug, treu und temperamentvoll.

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Australian Shepherd und Border Collie gehören zu den Hütehunden und benötigen ebenfalls eine hohe körperliche und geistige Auslastung. Diese Hunde wollen arbeiten! Ohne Beschäftigung können sie zu Problemhunden werden. Wer bereit ist sich intensiv mit seinem vierbeinigen Freund zu beschäftigen und ihn konsequent zu erziehen, dürfte sich auch diese charakterlich anspruchsvollen Hunde zutrauen.

Der Bewacher

Ein guter Wachhund muss nicht unbedingt groß oder stark sein. Denn seine Aufgabe ist es die Bewohner zu warnen, sollten Eindringlinge sein Revier betreten. Verschiedene Arten von Terrier, wie Airedale Terrier oder West Highland White Terrier aber auch Pudel und Spaniel warnen ihre Menschen durch kräftiges Bellen – ein großer Wachhund macht auf Eindringlinge allerdings mehr Eindruck.

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Rottweiler, Deutscher Schäferhund, Bullmastiff und Dobermann sind typische Wach- und Schutzhunde. Sie gelten als sehr intelligent und belastbar. Wer eine solche Rasse halten will, sollte ein erfahrener Halter sein, muss sich ausgiebig mit seinem Hund beschäftigen und ihn konsequent erziehen. Diese großen, selbstbewussten Hunde sind nicht geeignet, um in der Wohnung gehalten zu werden.

Der Retter

Hund und Mensch arbeiten schon sehr lange zusammen. Auch heute noch haben sie eine große Bedeutung, insbesondere bei der Rettung von Personen, die sich in Lebensgefahr befinden. Durch ihre feine Nase sind Hunde bei Unglücken und Katastrophen sehr hilfreich. Als Rettungshunde eignen sich lernfähige, belastbare Vierbeiner mit gutem Näschen – beispielsweise Deutscher Schäferhund, Border Collie und Labrador.

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Bernhardiner und Neufundländer sind die „Spezialisten“ eines Rettungseinsatzes. Der Neufundländer ist besonders zur Wasserrettung geeignet. Er ist ein guter Schwimmer, zeigt bei der Rettung großen Ehrgeiz und ist sehr ausdauernd.

Der Quirlige

Alle  Terrier haben eines gemein: Sie sind quirlig, temperamentvoll und mutig. Außerdem sind sie sehr clever und besitzen eine gute Kondition. Zu den beliebtesten Vertretern dieses „befellten Hans Dampfes“ zählen Parson Jack Russel Terrier, Foxterrier, West Highland White Terrier und Yorkshire Terrier.

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Keinesfalls sollte man diese Hunde unterschätzen. Es sind Jagdhunde und sie werden von Wild – egal ob unter oder über der Erde – magisch angezogen. Sie sind etwas eigensinnig, bei guter Erziehung aber umgänglich und gelten als gesundheitlich stabil. Bei guter Haltung können sie bis zu 18 Jahre alt werden.

Der Arbeiter

Mit der Entwicklung des Menschen vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern  begann das Züchten von Hunden als Helfer unterschiedlichster Arbeiten. Den Tieren wurden schon immer spezielle Eigenschaften abverlangt. Angefangen bei der Ausdauer, über die schnelle Auffassungsgabe bis hin zur Widerstandsfähigkeit gegenüber widrigen Wetterbedingungen. Noch heute benötigen diese „Arbeitshunde“ ausreichend Bewegung, viel Beschäftigung und stets neue Aufgaben. Einfache Spaziergänge genügen nicht. Wenn mit diesen Hunden nicht gearbeitet wird, benötigen sie eine ausgleichende Hundesportart. Nur so bleiben sie zufriedene, verhaltensunauffällige Tiere.

Kangalwelpe liegt im Gras
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Zu den Arbeitern, den Jagd- und Hütehunden, zählen alle Terrier Rassen, Border Collie, Australian Shepherd, Kangal oder auch Siberian Husky. Auch wenn viele dieser Rassen heutzutage überwiegend als Begleit- und Familienhunde eingesetzt werden, sind sie nach wie vor in der Lage ihre ursprünglichen Aufgaben als Jagdhunde, Hütehunde, Schutzhunde oder Schlittenhunde wahrzunehmen.

Der Seniorenhund

Ein Hund bereichert das Leben des Menschen. Gerade ältere, alleinstehende Menschen brauchen Gesellschaft, um glücklich zu bleiben. Tägliche Runden an der frischen Luft halten sie gesund. Für Senioren sind Hunde Partner, Begleiter und Tröster. Möglicherweise ist ein Pudel für Senioren genau das richtige. Er kuschelt gerne, ist treu, lernwillig und nicht zu groß. Zu bedenken gilt, dass das Fell eines Pudels regelmäßig gepflegt werden muss.

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Besonders hübsch und als Seniorenhund recht gut geeignet ist das holländische „Kooikerhondje“. Er ist fröhlich aber nicht laut, anpassungsfähig, sensibel und clever. Ein Seniorenhund sollte nicht zu groß sein, damit er problemlos an der Leine geführt werden kann. Das Kooikerhondje misst eine Rückenhöhe von maximal 40 Zentimetern. Für Senioren dürften auch Mops oder Tibet Terrier interessant sein. Wie auch immer: Wer einen Welpen aufnimmt sollte bedenken, dass dieser zunächst gut erzogen werden muss und aufgrund seiner „Jugend“ sehr viel Aufmerksamkeit benötigt – und, dass Hunde eine Lebenserwartung von bis zu 16 Jahre haben.

Der Entscheidung für eine bestimmte Hunderasse sollte grundsätzlich die Überlegung voran gehen, ob es denn wirklich ein reinrassiges „Exemplar“ sein muss. Es gibt zahlreiche Mischlinge, die hübsch, gesund und einfach einmalig sind. In Tierheimen warten unzählige liebenswerte (Rasse-)Hunde auf ein neues Zuhause. (im)


TIPP:

Finde deine Hunderasse auf der Messe TIERisch gut in Karlsruhe, 2. bis 3. Dezember 2017 bei der Rassehundeausstellung.


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