Schicksal rumänischer Straßenhunde

Hundeelend in Rumänien

Straßenhunde prägen das Bild Rumäniens. Angst, Hunger, Durst, Kälte und Krankheiten bestimmen ihr tägliches Dasein. Unbeachtet und ungeliebt, wurden sie ihrer Würde beraubt. Sie sterben einsam, namenlos und ohne jemals eine liebende Hand gespürt zu haben.

Der Verein Tierhilfe Hoffnung e.V. beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der effektiven Linderung und Lösung der Straßenhundeproblematik in Rumänien. Vor seiner Gründung im Jahr 2000 ergab eine nachweisliche Zählung einen Bestand von 33.000 nicht kastrierten Straßenhunden im Landkreis Arges und der Stadt Pitesti, welche flächenmäßig mit Stuttgart vergleichbar ist.

Durch den Kauf der ehemaligen Fuchsfarm SMEURA als Herberge für die Tiere und durch die sofortige Umsetzung flächendeckender Kastrationsprogramme konnte die Zahl freilebender Hunde auf 4.500 reduziert werden. Die Mitarbeiter des Vereins Tierhilfe Hoffnung e.V. versorgen die Tiere, behandeln sie medizinisch und vermitteln sie anschließend in großer Zahl durch das Tiertransportsystem „TRACES““ nach Deutschland.

Die SMEURA bei Pitesti, 120 Kilometer von Bukarest entfernt gelegen, ist das größte Tierheim der Welt. Sie bietet Hoffnung für 5.400 Straßenhunde, die einen täglichen Futterbedarf von annähernd 3 Tonnen haben. Betreiber ist der Verein Tierhilfe Hoffnung e.V. in Dettenhausen.

Ein tragisches Unglück

2013 wurde ein vierjähriger Junge aus Bukarest – vermutlich von Straßenhunden – totgebissen. Ein tragisches Unglück. Das rumänische Parlament erließ daraufhin im Eilverfahren ein Gesetz zum Töten aller Straßen¬hunde. Dank dem Vorgehen von Juristen gelang es die Anwendungsnormen des bestehenden Tötungsgesetzes außer Kraft zu setzen.

Dennoch werden im Landkreis Arges und in der Stadt Pitesti durch die städtischen Hundefänger überwiegend kastrierte Straßenhunde auf unprofessionelle Weise eingefangen und im städtischen Tierheim verwahrt. Dort fristen sie über 14 Tage ein tierschutzwidriges Leben. Anschließend werden sie, gemäß einem Abkommen mit dem Bürgermeister, von der Tierhilfe Hoffnung e.V. in die nach SMEURA übernommen und damit vor dem sicheren Tod bewahrt.

Ein Heim für Straßenhunde

Es herrscht Hochbetrieb in der SMEURA: Um halb sechs Uhr, ehe sich die Nachtwächter in den verdienten Feierabend verabschieden, bereiten sie das Futter vor, welches am Morgen in der Tierklinik für kranke Hunde und Welpen benötigt wird.

Nachts werden oftmals Notfälle gemeldet. Die Mitarbeiter suchen dann in der Dunkelheit nach einem Hund, der verletzt am Straßenrand liegt oder aber absichtlich verletzt wurde und hilflos umherirrt. Im Operationssaal von SMEURA sind drei Tierärzte rund um die Uhr beschäftigt. Von der täglichen Stadtfahrt bringen die Mitarbeiter bis zu 20 nicht kastrierte, meist verletzte Hunde mit, damit diese in der Tierklinik, die im Januar 2015 fertiggestellt wurde, erstversorgt werden. Zudem werden sie geimpft, gechipt und kastriert.

Nach der Frühbesprechung finden sich die Tierpfleger ein und starten alle gleichzeitig mit der Fütterung. Diese Regelung ist wichtig, damit unter den Hunden kein Futterneid aufkommt und Auseinandersetzungen vermieden werden.

Reise in eine bessere Hundewelt

Die SMEURA ist für Straßenhunde eine Station auf der Reise in eine hoffentlich bessere „Hundewelt“. Ehe der Weg dorthin fortgesetzt werden kann wird eine letzte Untersuchung vorgenommen, so dass die Hunde über das von der EU verpflichtende und durch die Veterinärämter überwachte System TRACES (Trade Control an Expert System) problemlos und mit EU-Pass versehen ausreisen dürfen. Wöchentlich können 60 bis 80 Hunde in klimatisierten Fahrzeugen die Reise nach Deutschland antreten.

Während der fast 30-stündigen Fahrt werden die Tiere regelmäßig versorgt. In Österreich haben tierliebe Menschen einen Bauernhof für eine Pause zur Verfügung gestellt. Deutschlandweit hat der Verein Tierhilfe Hoffnung e.V. 80 Partnertierheime, von wo aus die Hunde vermittelt werden. Frauchen und Herrchen können sich um ihren neuen Freund bewerben, der es nach dieser Vergangenheit verdient hat, einen liebe- und verständnisvollen Menschen zu finden, der ihm wohlgesonnen ist.

Tierhilfe Hoffnung – Hilfe für Tiere in Not e.V.

Hierfür engagiert sich der Förderverein:

▪ Aufnahme, Versorgung und Behandlung von verletzten, verunfallten, kranken und misshandelten Hunden
▪ Flächendeckende Kastrationsprojekte, um die unkontrollierte Vermehrung der Hunde einzudämmen
▪ Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung und Sensibilisierung der nachfolgenden Generationen
▪ Demonstrationen vor dem Parlament in Bukarest
▪ Mitwirken bei politischen Veranstaltungen, um zeitgeistentsprechende Veränderungen im rumänischen Tierschutz zu erreichen.

Für eine Futter- oder Geldspende sagen die Tiere der SMEURA herzlichen Dank! Eine große Lagerhalle und ein kleiner Büroraum dienen zur Vorbereitung und Koordination der Hilfslieferungen. Von dort aus startet alle 14 Tage ein Transporter mit Futter und dringend benötigten Gütern zur medizinischen Versorgung. (bm/em)


www.tierhilfe-hoffnung.de
Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE47 6415 0020 0002 4804 60
BIC: SOLADES1TUB


Fotos: Christian Adam
Text: Beate Müller

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