Neugierige Frettchen, liebenswerte Kerlchen

Frettchen - Artiekle aus fdem Tiermagazin TIERISCH GUT 2017

Frettchen sind so besonders wie die Menschen, welche sie bei sich zu Hause halten. Das ist schon einmal klar. Manche Halter kamen durch Zufall zu den verspielten Tierchen. Die meisten aber haben sie ganz bewusst gewählt. Die Tiere haben im Wesen etwas von Hunden und ein bisschen etwas von Katzen. Sie sind sehr menschenbezogen, verspielt und clever. Sie lernen kleine Tricks und gehen gern Gassi. Dazu sind sie kuschelig und sehr verschmust.

Vom Wildtier zum Haustier

Frettchen stammen vom Europäischen Wild- bzw. Waldiltis. Iltisse wurde im Alten Ägypten, aber auch bei den Römern als Haustiere gehalten. Die Fleischfresser nutzten den Menschen als Schädlingsbekämpfer. Als Schädlinge wurde damals nicht nur Mäuse, sondern auch Kaninchen angesehen. Frettchen waren Meister im Aufstöbern von Kaninchen. Diese beliebte Methode, Kaninchen mit Hilfe der Frettchen zu jagen, nannte man Frettieren. Frettchen wurden über viele Jahre domestiziert, das heißt sie entwickelten sich durch den Menschen vom Wildtier zum Haustier. Durch das gemeinsame Leben veränderte das Tier über viele Jahrhunderte hinweg sein Wesen. Der Jagdtrieb ging verloren und die Tiere wurden zutraulich und kuschelig.

So fühlen sich Frettchen wohl

Heute werden Frettchen gern als Haustiere gehalten, weil sie zutraulich, verschmust, drollig, und schlau sind. Sie sind sehr gesellig, daher sollten sie nicht als Einzeltier gehalten werden. Zudem benötigen sie regelmäßig Auslauf. Gern toben sie mit mindestens einem Artgenossen im Haus umher. Alleine würden sie sich langweilen, selbst wenn man sich als Halter mit ihnen beschäftigt. Mindestens zu zweit sind die verschmusten Tiere wirklich glücklich. Doch dann benötigen sie entsprechend Platz im Käfig. Dieser muss für zwei Tiere eine Mindestgröße von 120 x 80 x 150 Zentimeter haben.

Frettchen, entspannt auf der Hand eines Menschen liegend.

Beim der Ausstattung des Käfigs ist Kreativität gefragt. Mehrere Etagen, Treppen, Kletterbereiche, Hütten und Höhlen sowie Schlaf- und Kuschelplätze bieten den Tieren Abwechslung. Wichtig ist, dass der Käfig gut zugänglich ist, denn die Reinigung ist regelmäßig notwendig. Nicht vergessen: Frettchen brauchen eine Toilette. Gut geeignet als Toilette ist ein handelsübliches Katzenklo: Dieses am besten unweit des Schlafplatzes aufstellen, damit auch morgens der erste, dringende Gang zur Toilette klappt. Fast alle Tiere benutzen eine Toilette, wenn diese sich am richtigen Platz befindet. Einfach ausprobieren. Das Frettchenklo muss ein- bis zweimal täglich gereinigt werden. Futter- und Wassernapf aus Keramik nicht vergessen. So haben die süßen Kerle alles, was sie brauchen.

Frettchen, flinke Fleischfresser!

Frettchen können sechs bis acht Jahre alt werden. Das hängt von einer artgerechten Haltung und ausgewogenen Fütterung ab. Spezielles Trockenfutter, mit Rohproteinanteil und hohem Fettanteil, gibt es im Zoofachhandel. Solches Futter  sollte den Tieren immer zur Verfügung stehen. Dazu lieben die Tiere ein- bis zweimal täglich etwas von einem gekochten Ei, ein wenig Obst oder Joghurt. Auch hochwertiges Nassfutter ist zur Fütterung geeignet, ebenso frisches Fleisch: Eintagsküken, Mäuse, Rind-, Wild- und Geflügelfleisch. Innereien sind zudem kleine Leckerbissen! Schweinefleisch darf jedoch nicht gefüttert werden. Schweinefleisch kann bei Frettchen die Aujezskysche Krankheit auslösen.

Frettchen, kleine Stinktiere?

Frettchen haben tatsächlich einen gewissen Eigengeruch. Manche Menschen nehmen diesen Geruch als sehr unangenehm wahr. Im Frühjahr setzt die Ranzzeit ein. Während dieser Paarungszeit riechen vor allem die männlichen Tiere, doch auch die Fähen, also die Weibchen, haben dann einen sehr starken Eigengeruch. Kastrierte Frettchen riechen deutlich weniger. Die Kastration empfiehlt sich somit besonders für Tiere, die in der Wohnung gehalten werden.


Aujeszkysche Krankheit

Hierbei handelt es sich um eine durch den Aujeszky-Virus hervorgerufene Tierseuche, auch Pseudowut genannt. Schweine tragen den tödlichen Erreger in sich. Symptome: Juckreiz, Fieber, Erbrechen, Bewegungsstörungen, Schlucklähmung, Muskelzittern, Krämpfe, Lähmungen, Paddelbewegungen der Gliedmaßen. Auf Menschen kann die Krankheit nicht übertragen werden.


Fotos: © Couperfield – Fotolia

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