Mein Minipig – das etwas andere Haustier

Funny mini piggy walking on the grass


Sind die niedlich, diese kleinwüchsigen Schweinchen! Kaum zu glauben, doch eigentlich wurden die goldigen Paarhufer für Versuchszwecke gezüchtet! Hierfür eignen sie sich gut, schließlich sind sie dem Menschen recht ähnlich. Zudem sind sie preiswert in der Haltung und benötigen wenig Platz.

Ihren Anfang nahm die Geschichte der Minischweine vor etwa 75 Jahren in Amerika. Verschiedene Züchtungen brachten einige Schweinerassen hervor, darunter das Minnesota Minischwein, später in den 1960er Jahren das Göttinger Minischwein sowie das Münchner Miniaturschwein.

Erst seit wenigen Jahren wird das Minischwein auch als Heimtier gehalten. Die kleinen Allesfresser sind zuckersüß und äußerst clever. Und doch darf man nicht vergessen, dass es sich um ein Schwein handelt, mit all seinen arttypischen Gewohnheiten. Die Haltung kann nicht ausschließlich in der Wohnung stattfinden. Das Minipig, auch Teacup-Schweinchen genannt, stammt vom Wildschwein ab, das in freier Natur in einer Gemeinschaft, der sogenannten Rotte, lebt. Entsprechend braucht ein Miniaturschwein Gesellschaft von Artgenossen und Bewegungsfreiheit in einem Garten oder auf einer Weide.

Eine Einzelhaltung ist nicht empfehlenswert

Wenn die Schweinchen frühzeitig daran gewöhnt werden, ist das gemeinschaftliche Zusammenleben mit anderen Haustieren möglich. Ohne Artgenossen verhält es sich allerdings sehr familienorientiert – geradezu anhänglich, was im Alltag Probleme bereiten kann. Auch aggressives Verhalten gegenüber dem Menschen kann die Folge einer Einzelhaltung sein.

Schweine begreifen Kinder oftmals als Gegner innerhalb der Rangordnung ihrer Rotte. Es kann passieren, dass ein Kleinkind vom Minischweinchen angegriffen wird. Man sollte Kinder daher nie mit den Tieren alleine lassen. Diesen Aspekt muss man vor der Anschaffung eines Minipigs unbedingt berücksichtigen. Ein Schwein vergisst nichts und ist sehr nachtragend. Wenn es einmal von einem Kind (unbeabsichtigt) misshandelt wurde, wird es sich diese schlechte Erfahrung merken und eine dauerhafte Ablehnung dieser Person gegenüber entwickeln.

Der schweinische Alltag

Wenn alle Voraussetzungen stimmen, können Minipigs viel Freude bereiten. Ein Leben abwechselnd im Freien und im Haus ist optimal. Die Schweinchen benötigen einen trockenen Stall mit viel Stroh, in dem sie es sich gemütlich machen können. Diesen Bereich werden die Tiere mit Sicherheit sauber halten, so dass nur etwa einmal pro Woche das Stroh gewechselt werden muss.

Schweine sind intelligente Tiere und freuen sich über Beschäftigung. Zunächst sollten sie allerdings gut erzogen werden. Das erfordert Geduld, Konsequenz und Zeit. Das Schwein muss lernen wer der Boss ist und wird diese Rangordnung immer einmal wieder in Frage stellen. Doch es ist durchaus möglich den Tieren Regeln und „Kunststücke“ beizubringen, indem gewünschtes Verhalten mit einem Leckerli belohnt wird. Klickertraining, wie wir es bei Hunden und Katzen kennen, ist auch mit Minipigs möglich.

Minipigs sind keine Müllschlucker!

Das Schweine Allesfresser sind stimmt zwar, sollte bei der Haltung allerdings nicht gelten. Minipigs brauchen eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung. Fleisch und Küchenreste müssen tabu sein, denn es besteht die Gefahr einer Seuchenübertragung! Stattdessen gehören neben dem Getreidebrei auch Obst, Gemüse, Joghurt und Milch auf den Speisenplan. Wer sein Schwein gesund halten will sorgt für ausreichend Mineralien im Futter. Diese gibt es im Fachhandel und sollten explizit für Schweine deklariert sein.

Ich will ein Minipig!

Wer Interesse daran hat ein Miniaturschwein zu halten muss sich intensiv mit den Anforderungen einer artgerechten Haltung auseinandersetzen. Diese ist streng reguliert, denn ein Miniaturschwein gilt in Deutschland als Nutztier nicht als Haus- bzw. Heimtier. Ein Schwein muss grundsätzlich bei der Tierseuchenkasse sowie beim zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden, dessen Aufgabe es ist die artgerechte Haltung und die Tiergesundheit zu überwachen.

Ein Minipig-Liebhaber muss beim Kauf eines Schweines vor allem auf die Herkunft achten. Leider werden die Tiere oftmals von Züchtern angeboten, deren Motto „Mehr Masse statt Klasse“ lautet. Dabei entstehen Tiere mit Hautkrankheiten, Verhaltensstörungen und Übergewicht. In Deutschland gibt es keinen Zuchtverband oder verbindliche Rassestandards. Käufer müssen sich auf ihr Bauchgefühl und den persönlichen Eindruck vor Ort verlassen. Hilfreich vor dem Kauf kann der Austausch mit anderen Miniaturschwein-Haltern sein. Entsprechende Foren findet man im Internet. (em)

Surftipp: www.schweinefreunde.de

Foto: Rita Kochmarjova – Fotolia

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *