Diabetiker-Warnhunde – Alarm auf vier Pfoten

Warnhunde

Diabetiker-Warnhunde: Ein tierisches Frühwarnsystem

Fast wäre es passiert! Thomas ist Diabetiker vom Typ I. Schon seit Jahren spritzt er Insulin, um seinen Zuckerspiegel zu regulieren, wenn er zu hoch ist.

Doch auch das Gegenteil ist möglich: Die Unterzuckerung. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt, kann Thomas ohnmächtig werden oder sogar ins Koma fallen. Mehrmals täglich misst er seinen Blutzuckerspiegel. Doch dieses Mal versagte das Messgerät.

Unterzuckert?

Zum Glück hat Thomas eine kleine Helferin, die gut auf ihn achtgibt: Seine Hündin Bella. Die lebendige Labrador-Hündin kann mit ihrer feinen Nase riechen, wenn Thomas über- und unterzuckert ist und warnt ihn rechtzeitig durch Lecken seiner Hände oder seines Gesichts, einem zarten Kratzen mit den Pfoten oder einem unnachgiebigem Nasen-Stupser. Die Gefahr einer Ohnmacht oder gar eines Komaanfalls ist gebannt.

Auch dieses Mal bemerkt Bella, dass mit Herrchen etwas nicht stimmt. Der sehr gut ausgebildete Geruchssinn der Hündin zeigt ihr, dass der Blutzuckerwert nicht im Normbereich liegt. Das erkennt sie am veränderten Geruch von Atem und Schweiß. Bella wedelt aufgeregt mit dem Schwanz, läuft um die Beine von Herrn Arndt umher, bellt und stupst ihn immer wieder an. Thomas kennt diese Anzeichen und misst umgehend erneut seinen Blutzuckerspiegel: Er ist zu niedrig! Thomas isst zwei Plättchen Traubenzucker und schnell geht es ihm wieder besser. Die Gefahr einer Unterzuckerung ist dank des aufmerksamen Vierbeiners gebannt!

Der Trend zum Warnhund

Begonnen hat der Trend zu den Diabetiker-Warnhunden vor einigen Jahren in den USA. Nur circa drei Prozent aller Hunde haben die Fähigkeit, bei einem Menschen eine Über- oder Unterzuckerung zu erschnüffeln. Dieses Talent zeigt sich bereits bei den kleinen Welpen. Schon früh beginnt man mit der ein- bis dreijährigen Ausbildung zum Diabetiker-Warnhund. Neben dem Wittern des Blutzuckerspiegels lernt der Hund Hilfeholen und das Apportieren wichtiger Hilfsutensilien im Notfall.

In Deutschland steckt die Ausbildung von Diabetiker-Hunden noch in den Kinderschuhen. Eine Ausbildung in einem Assistenzhunde-Zentrum beläuft sich bei den Kosten im vier- bis fünfstelligen Bereich. Mittlerweile werden im Internet weitaus günstigere Videokurse angeboten, die auf die Selbstausbildung des Hundes zielen. Dabei muss jedoch auf die Seriosität solcher Angebote geachtet werden.Interessierte sollten sich vorab genau bei den Anbietern darüber erkundigen, wie die Ausbildung aufgebaut ist.

Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher nicht. In zahlreichen Gemeinden wird bei Diabetiker-Warnhunden auf die Hundesteuer verzichtet, da ausgebildete Assistenzhunde steuerbefreit sind. (bk)

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